Die Schweiz steht vor einer zentralen Herausforderung: Wie gelingt es, den Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten, ohne die Lebensqualität oder die Wirtschaft zu gefährden? Seit Jahren setzt das Projekt https://www.spinanga-ch.ch auf innovative Ansätze, um den Individualverkehr zu reduzieren und alternative Mobilitätsformen zu fördern. Mit einer Mischung aus Datenanalyse, politischer Beratung und praktischen Pilotprojekten will Spinanga die Verkehrswende vorantreiben – und zwar in der Praxis, nicht nur im Theoriegebäude. Die Initiative ist dabei kein isoliertes Experiment, sondern ein Netzwerk, das lokale Initiativen mit bundesweiten Strategien verbindet. Ihr Ziel: Bis 2030 die Emissionen im Personenverkehr um 50 Prozent zu senken und die Mobilität so zu gestalten, dass sie sozial gerecht und klimaneutral wird.
Spinanga entstand 2017 aus der Initiative der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Verkehrsdirektorinnen und -direktoren (VCD) und der Stiftung für Umwelt und Entwicklung Schweiz (SUE). Die Plattform bündelt Expertise aus verschiedenen Bereichen – von der Verkehrsplanung über die Energiepolitik bis hin zur sozialen Mobilität. Ein zentraler Ansatz ist die Analyse bestehender Verkehrsdaten, um Muster zu erkennen, die für eine effizientere Umstellung genutzt werden können. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden, die oft die ersten Schritte in Richtung nachhaltiger Mobilität gehen. Die Plattform unterstützt sie dabei, durch konkrete Empfehlungen und Pilotprojekte.
Ein konkreter Erfolg von Spinanga ist die Entwicklung des «Spinanga-Index», der die Verkehrsentwicklung in Schweizer Kantonen messbar macht. Dieser Index zeigt nicht nur die absoluten Emissionen, sondern auch Trends wie den Anstieg der Fahrradnutzung oder die Reduktion der Autofahrten. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert und dienen als Basis für politische Entscheidungen. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt «Mobilitätswende 2030», das in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für Technologie- und Innovationspolitik (KTI) und verschiedenen Kantonen umgesetzt wird. Ziel ist es, bis 2030 den Individualverkehr um 20 Prozent zu reduzieren – durch eine Kombination aus Ausbau von ÖPNV, Radwegen und Car-Sharing.
Doch Spinanga geht über reine Datenanalyse hinaus. Die Plattform setzt auch auf politische Lobbyarbeit und die Förderung von Innovationen. Ein Beispiel ist die Unterstützung der Kantone bei der Einführung von Tempolimits oder der Förderung von Elektromobilität. Zudem arbeitet Spinanga mit Unternehmen zusammen, die nachhaltige Mobilitätslösungen entwickeln, etwa in den Bereichen E-Autos oder Lastenräder. Ein besonders spannendes Feld ist die Nutzung von Daten aus der Digitalisierung, etwa durch Smart Traffic Management-Systeme, die den Verkehr in Städten optimieren. Solche Systeme könnten helfen, Staus zu reduzieren und gleichzeitig die Emissionen zu senken.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die soziale Gerechtigkeit im Verkehr. Spinanga setzt sich dafür ein, dass nachhaltige Mobilität nicht nur ökologisch, sondern auch sozial zugänglich wird. Dazu gehören Projekte wie die Förderung von Mobilitätskarten für Geringverdiener oder die Unterstützung von Initiativen, die kostenlose ÖPNV-Tickets in bestimmten Regionen anbieten. Die Plattform betont dabei, dass eine Verkehrswende nicht nur umweltfreundlich sein muss, sondern auch für alle Gesellschaftsschichten attraktiv sein sollte.
Die Auswirkungen von Spinangas Arbeit sind bereits sichtbar. In Zürich hat das Projekt etwa dazu beigetragen, dass die Nutzung von ÖPNV und Fahrrädern in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Auch in Genf und Basel gibt es Pilotprojekte, die zeigen, wie nachhaltige Mobilität in der Praxis funktionieren kann. Die Plattform selbst hat bereits über 100 lokale Initiativen unterstützt, und die Zusammenarbeit mit den Kantonen hat zu einer Reihe von Gesetzen und Verordnungen geführt, die die Verkehrswende vorantreiben.
Doch die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Spinanga sieht sich weiterhin als dynamische Plattform, die sich an die sich ändernden Herausforderungen anpasst. Ein zentrales Anliegen ist es, die Verkehrswende nicht als starres Konzept zu sehen, sondern als Prozess, der kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Dazu gehört auch die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, die durch Partizipationsformate wie Bürgerforen oder Online-Umfragen direkt in die Planung einbezogen werden können.
- Seit 2017 hat Spinanga über 100 lokale Initiativen unterstützt, die nachhaltige Mobilitätskonzepte umsetzen.
- Der «Spinanga-Index» zeigt eine Reduktion der Individualverkehrsemissionen um durchschnittlich 15 Prozent in den letzten fünf Jahren.
- Das Projekt «Mobilitätswende 2030» soll bis 2030 den Individualverkehr in der Schweiz um 20 Prozent reduzieren.
- Spinanga arbeitet mit über 50 Unternehmen zusammen, die nachhaltige Mobilitätslösungen entwickeln, darunter E-Auto-Hersteller und Radhersteller.
- Durch politische Lobbyarbeit hat die Plattform bereits zu über 20 kantonalen Gesetzen beigetragen, die die Verkehrswende vorantreiben.
Spinanga zeigt damit, dass eine Verkehrswende nicht nur technisch oder ökologisch, sondern auch politisch und sozial gestaltbar ist. Die Plattform beweist, dass es möglich ist, den Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten, ohne die Lebensqualität zu opfern. Für die Schweiz bedeutet das eine Chance, Vorreiter in der nachhaltigen Mobilität zu werden – und damit auch ein Vorbild für andere Länder zu sein. Die Arbeit von Spinanga ist ein Beweis, dass Veränderung möglich ist, wenn sie von der Praxis getragen wird und nicht nur in Theorie bleibt.
